Clinical Operations — Christine Biaggi

Strukturen stärken – klinische Forschung effizient weiterentwickeln

2025 war für das Swiss Cancer Institute (SCI) ein Jahr mit wachsenden Studienzahlen und stabiler operativer Leistung. Clinical Operations (Klinischer Betrieb) betreute 64 aktive Studien, davon waren 36 für den Patienteneinschluss geöffnet. Mit 13 neu eröffneten Studienprojekten wurde das Portfolio gezielt erweitert.

Insgesamt wurden 791 Patientinnen und Patienten in Studien eingeschlossen, womit der Zielwert von 800 nahezu erreicht wurde. Gleichzeitig konnten 11 Studien planmäßig für den Einschluss geschlossen werden. Diese Kennzahlen belegen sowohl die Stabilität des Studienbetriebs als auch die kontinuierliche Weiterentwicklung des Portfolios.

Prozessoptimierung und operative Steuerung

Parallel zum quantitativen Wachstum wurden interne Abläufe systematisch überprüft und weiterentwickelt. Seit Sommer 2024 verfolgt das SCI das Ziel, klinische Forschung effizienter, resilienter und schneller zu gestalten.

Im Berichtsjahr wurden mehrere Prozessanpassungen implementiert, die Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Steuerungsfähigkeit im Projektmanagement erhöhen. Damit wurde eine strukturelle Grundlage geschaffen, um steigende Komplexität kontrolliert zu bewältigen.

Einführung des Clinical Trial Management Systems (CTMS)

Ein zentraler Meilenstein war die Einführung eines neuen Clinical Trial Management Systems (CTMS). Die bisherige Lösung entsprach den gestiegenen Anforderungen an Datenintegrität, Reporting und Portfolioübersicht nicht mehr.

Das neue CTMS harmonisiert Kernprozesse, verbessert die Echtzeit-Übersicht über laufende Studien und erhöht die Transparenz zentraler Kennzahlen. Die Migration aller Studien ist im Gang und stellt sicher, dass die erweiterten Funktionen systematisch genutzt werden.

Weiterentwicklung der statistischen Infrastruktur

Auch im Bereich Statistik wurden 2025 wesentliche strukturelle Entwicklungen umgesetzt. Im Mai erfolgte die Validierung von R für den produktiven Einsatz. Im Oktober wurde das zweite institutseigene R-Paket summarySCI auf CRAN publiziert. Zudem erhielt das SCI erneut den Programming Grant der SCTO (Swiss Clinical Trial Organisation).

Diese Schritte stärken die Reproduzierbarkeit, Standardisierung und Effizienz statistischer Analysen und tragen zur methodischen Qualität klinischer Forschung bei.

Nationale Kooperation und PPI

Die Zusammenarbeit mit der SCTO wurde im Berichtsjahr weiter vertieft. Das SCI beteiligte sich am R-Validation-Projekt, am Review der ICH-E20-Guideline sowie am Aufbau einer gemeinsamen CDMS-Infrastruktur.

Darüber hinaus wurde die Weiterentwicklung nationaler PPI-Aktivitäten vorangetrieben. Patient & Public Involvement (Einbindung von Patienten und der Öffentlichkeit) ist damit strukturell in der Forschungsstrategie des SCI verankert.

Dateninfrastruktur und Interoperabilität

Zum Jahresende wurde die Schnittstelle zwischen dem Infrastrukturprojekt SODI (Swiss OncoData Infrastructure) und BioMedIT mittels SPHN-Connector implementiert. Dadurch ist eine sichere, interoperable und effiziente Übertragung klinischer Daten gewährleistet.

Die erweiterte Infrastruktur ermöglicht künftig auch nicht-universitären Kliniken eine strukturierte Beteiligung an nationalen Dateninitiativen und stärkt die Vernetzung innerhalb der Schweizer Forschungslandschaft.

Clinical Operations: Christine Biaggi, Clinical Operations Officer