Forschung — Roch-Philippe Charles

Ein Jahr des Wandels

Das Jahr 2025 markierte für unsere Organisation eine bedeutende Phase der Transformation, die durch eine wichtige Namensänderung geprägt war. Dieser Schritt ermöglichte eine unmittelbarere Wiedererkennbarkeit des Zwecks unseres Netzwerks sowie eine klarere Kommunikation unserer Vision und Mission gegenüber externen Anspruchsgruppen – insbesondere bei der erstmaligen Vorstellung unserer Organisation.

Dieser Wandel war mehr als eine rein kosmetische Anpassung: Er stellte den abschliessenden Schritt in der Weiterentwicklung unseres Ansatzes dar – sowohl im Hinblick auf die wissenschaftliche Strategie als auch auf die organisatorische Entwicklung. Die neue Identität steht in engem Zusammenhang mit unserem gestärkten Selbstverständnis und unserer geschärften strategischen Ausrichtung.

Strategischer Ansatz: Prioritäten der Gruppen an erster Stelle

In den vergangenen drei Jahren haben wir jede Forschungsgruppe innerhalb unserer Organisation aktiv dazu ermutigt, eine eigene, massgeschneiderte Strategie zu entwickeln. Im Gegensatz zu vielen Akteuren im Bereich der Krebsforschung, die ihre Ausrichtung anhand leicht erreichbarer Ziele oder aktueller Trends definieren – was häufig zu einem Top-down-Strategieansatz führt –, haben wir uns bewusst dafür entschieden, direkt mit jeder einzelnen Gruppe zusammenzuarbeiten.

Unser Ziel war es, medizinische Bedürfnisse zu identifizieren, die sich unmittelbar aus dem klinischen Alltag ergeben. Durch die Förderung eines offenen Dialogs und die enge Zusammenarbeit mit der klinischen Gemeinschaft unseres Netzwerks konnten wir gemeinsam klare Prioritäten für jede Indikation festlegen.

Dieser fortlaufende Prozess hat unsere Bemühungen darauf ausgerichtet, innovative Ideen und Studien zu entwickeln, die den tatsächlichen und dringenden Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten entsprechen und bestehende therapeutische Lücken schliessen.

Mit der Zeit hat dieser Ansatz ein Umfeld geschaffen, in dem die Prioritäten unserer klinischen Gemeinschaft die Innovationsentwicklung massgeblich bestimmen. Indem wir die Gruppen dazu ermutigt haben, ihre Erkenntnisse und Erfahrungen zu teilen, konnten wir einen strategischen Rahmen schaffen, der sowohl inklusiv als auch hochrelevant für die Herausforderungen der klinischen Praxis ist.

Diese Methodik hat sich als äusserst wertvoll erwiesen und stellt sicher, dass unsere Forschungs- und Entwicklungsinitiativen flexibel, praxisnah und wirkungsvoll bleiben.

«Unsere Organisation lebt von diesem ausgeprägten Gemeinschaftssinn und der Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten.»

Kollaborative Partnerschaften: Strategie mit Strategie abstimmen

Dieser klar definierte Ansatz hat es uns ermöglicht, effektiv mit Partnerorganisationen zusammenzuarbeiten, um die Initiierung neuer Projekte zu unterstützen. In einem Format, das wir als „Strategie-gegen-Strategie“-Gespräche (Strategieabgleich) bezeichnen, haben wir einen strukturierten Rahmen geschaffen, um Bereiche gemeinsamen Interesses zwischen unserer Organisation und unseren Partnern zu identifizieren.

Unabhängig davon, ob wir mit Stiftungen, Förderinstitutionen oder Pharmaunternehmen zusammenarbeiten – dieser Prozess hat den Aufbau tragfähiger Partnerschaften ermöglicht. Diese Bemühungen waren entscheidend für den Abschluss der Finanzierungspläne zahlreicher Studien, was in diesem Jahr zur Aktivierung von 14 neuen Studien führte; für das kommende Jahr werden weitere erwartet.

Der Erfolg dieser Kooperationen unterstreicht den Mehrwert abgestimmter strategischer Ziele und gemeinsam entwickelter Lösungen und stärkt unsere Position als führender Akteur im Bereich klinischer Innovation.

Wir werden weiterhin auf unser starkes Netzwerk von Führungspersönlichkeiten in der Onkologie bauen, das durch die Vorsitzenden unserer Forschungsgruppen vertreten wird, die regelmässig im neu gegründeten Presidents’ Committee zusammentreffen. Dieses Forum ermöglicht es den Führungskräften, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen, um Erkenntnisse aus einzelnen Forschungsbereichen auch für andere nutzbar zu machen.

Unsere Organisation lebt von diesem ausgeprägten Gemeinschaftssinn und der Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten, indem wir bewusst Silostrukturen überwinden, die durch zunehmende Hyperspezialisierung entstehen und Innovationspotenzial einschränken könnten.

Meilensteine und Engagement im Ökosystem

Die innerhalb unserer wissenschaftlichen Gruppen erreichte strategische Klarheit stellt einen wichtigen Meilenstein dar und bildet eine solide Grundlage für die weitere Organisationsentwicklung.

Im Laufe dieses Jahres haben wir zudem grosse Anstrengungen unternommen, unser Verständnis für das breitere Ökosystem, in dem wir tätig sind, weiter zu vertiefen. Zu den bemerkenswerten Aktivitäten gehörte unsere sichtbare Präsenz bei den Swiss Biotech Days in Basel im Frühjahr – einer Veranstaltung, die wertvolle Möglichkeiten für Networking, Wissensaustausch und die Identifizierung neuer Kooperationsfelder bot.

Darüber hinaus haben wir im Sommer unser Industry Pool Meeting neu belebt und um interaktivere Formate sowie zusätzliche Diskussionsmöglichkeiten erweitert. Diese Initiative ermöglichte es den Medical-Affairs-Abteilungen aller in der Schweiz tätigen Pharmaunternehmen, direkt mit uns in den Austausch zu treten, eine offene Kommunikation zu fördern, zukünftige Kooperationsmodelle zu diskutieren und gemeinsame Interessensfelder zu identifizieren.

Ausblick: Innovationen vorantreiben

Insgesamt war 2025 ein wegweisendes Jahr, das unsere Organisation als Innovationstreiber positioniert hat und es uns ermöglicht, Patientinnen und Patienten in den kommenden Jahren schneller Fortschritte zugänglich zu machen.

Die in diesem Jahr erzielten Erfolge spiegeln nicht nur unser Engagement für wissenschaftliche Exzellenz und partnerschaftliche Zusammenarbeit wider, sondern bilden auch eine starke Grundlage für weiteres Wachstum und nachhaltige Wirkung.

Mit Blick nach vorn bleiben wir entschlossen, auf diesen Erfolgen aufzubauen, die Grenzen der medizinischen Forschung weiter zu verschieben und innovative Lösungen zu fördern, die sowohl den Patientinnen und Patienten als auch dem gesamten Gesundheitssystem zugutekommen.

Forschung: Roch-Philippe Charles, Chief Scientific Officer